Teilprojekt 4: Ausbildung der Ausbilder - ein Projekt mit Akteuren aller Phasen der Lehrerbildung

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Informationen zu Zyklus V (2019/2020) gibt es hier.

Konzept

Das Jenaer Teilprojekt Ausbildung der Ausbilder lenkt seinen Fokus auf die gemeinsame Verantwortung der verschiedenen an der Lehrer*innenbildung beteiligten Institutionen für das Wissen und Können des professionellen Lehrer*innennachwuchses. Unter dieser Prämisse besteht die Notwendigkeit, dass sich deren Akteur*innen gegenseitig wahrnehmen und verstehen lernen. Zur Verringerung der oftmals wahrgenommenen Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis werden kooperative Formen der Zusammenarbeit als bedeutsam erachtet, in denen Erfahrungswissen und wissenschaftliches Wissen zur Lösung berufspraktischer Probleme herangezogen werden. Eine mögliche Form der Kooperation von Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen der Lehrer*in-nenbildung besteht für Zeichner (2010) in der Schaffung‚ dritter Räume‘ (third spaces), in denen die Beteiligten auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Im Sinne des Konzepts des‚ boundary crossing‘ sollen dabei die Grenzen des eigenen professionellen Habitus zeitweise überschritten werden, wodurch Lerngelegenheiten auf beiden Seiten entstehen.

Im Rahmen eines einjährigen berufsbegleitenden Studienangebots arbeiten Fachdidaktiker*innen und Erziehungswissenschaftler*innen aus dem Universitätskontext und Verantwortliche für Ausbildung, fachbegleitende Lehrpersonen und Fachleiter*innen aus dem schulischen Kontext gemeinsam an Unterrichtsstunden und Universitätsseminaren.

Unsere Weiterbildung ist durch eine fachdidaktische orientierte Trainee-Phase (5 Monate) und eine allgemeindidaktische Modul-Phase (5 Monate) gekennzeichnet. Die Trainee-Phase folgt dem Prinzip des fachspezifischen Unterrichtscoachings nach Staub und Kreis, das für das vorliegende Projekt weiterentwickelt wurde: Akteure der Schule und Hochschule agieren wechselseitig als Coach und Coachee und planen Unterrichtssequenzen bzw. Seminarveranstaltungen gemeinsam, führen sie gemeinsam durch und reflektieren sie gemeinsam. Die Durchführung des so angelegten fachspezifischen Trainings soll – so die Erwartung – Lehrpersonen aus der Universität und der Schule dazu befähigen, Lehramtsanwärter*innen und Studierende in ihrer Kompetenzentwicklung zu beraten. An die Trainee-Phase schließt sich eine Modulphase mit allgemeindidaktischen Schwerpunkten an. Die beteiligten Lehrpersonen sollen in beiden Ausbildungsabschnitten in Konzepte der modernen Unterrichtsforschung sowie des Unterrichtsfeedbacks eingeführt werden. Sie gewinnen so Expertise für die kompetente Begleitung des beruflichen Nachwuchses im Praxisraum Schule.

Poster und Flyer mit weiterführenden Informationen.

Aufbau und Ablauf

Ablauf

Bild Ablauf und Meilensteine

Projektziele

  • Austausch und Kooperation aller Akteur*innen der Lehrer*innenbildung
  • Erfahrungsräume schaffen, in denen wissenschaftliches Wissen und erfahrungsbasiertes Wissen aufeinandertreffen, um Potentiale beider Wissensarten für die Lösung berufspraktischer Probleme zu nutzen
  • Wechselseitige Kenntnis und Verständnis der jeweils anderen Ausbildungsphase
  • Kompetenzentwicklung in den Bereichen Unterrichtsdiagnostik und Beratung
  • Vertiefung des fachdidaktischen Wissens
  • Stärkung der Fachdidaktiken
  • Professionalisierung der Begleitung des beruflichen Nachwuchses im Praxisraum Schule
  • Gemeinsame Weiterentwicklung der Ausbildung künftiger Lehrkräfte

Evaluation und Begleitforschung

Evaluation

 

Literatur

Ahrens, F. & Kleinespel, K. (2012). Fortbildung Didaktik. Ein Modell der Kooperation der Universität Jena, der Thüringer Studienseminare und des Landesinstituts ThILLM zur Berufseingangsqualifizierung von Fachleitern in Thüringen. Seminar, 3, 7-32.

Gut, R., Moroni, S., Niggli, A., & Bertschy, B. (2014). Herausforderung Differenzierung: eine Studie zur Entwicklung anspruchsvoller Handlungskompetenzen von Lehramtsstudierenden im Spannungsfeld zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung. In K.-H. Arnold, A. Gröschner, & T. Hascher (Hrsg.), Schulpraktika in der Lehrerbildung. Theoretische Grundlagen, Konzeptionen, Prozesse und Effekte (S. 295–310). Münster: Waxmann.

Hascher, T. (2014). Forschung zur Wirksamkeit der Lehrerbildung. In E. Terhart (Hrsg.), Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf (S. 542–571). Münster: Waxmann.

Helmke, A. (2014). Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. Seelze: Klett-Kallmeyer.

Kleinespel, K. (Hrsg.). (2014). Ein Praxissemester in der Lehrerbildung: Konzepte, Befunde und Entwicklungsperspektiven am Beispiel des Jenaer Modells. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Kreis, A. & Staub, F. C. (2011). Fachspezifisches Unterrichtscoaching im Praktikum. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 14, 61-83.

West, L. & Staub, F. C. (2003). Content-Focused CoachingSM: Transforming mathematics lessons. Portsmouth, NH: Heinemann.

Zeichner, K. (2010). Rethinking the Connection Between Campus Courses and Field Experiences in College- and University-Based Teacher Education. Journal of Teacher Education, 61(1-2), 89–99.

 

 

 

 

 

 

Bildquellen:

Bild 1 Hörsaal: Goethe-uni, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Campus-westend-hoersaalgebaeude-hoersaal-2008-10-27-5.jpg
Bild 2 Brille: https://pixabay.com/en/
Bild 3 Puzzle: https://pixabay.com/en/
Bild 4 Klassenzimmer: Metropolitan School, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Unterricht.jpg
Bild 5 Kreide: https://pixabay.com/en/